Nachname:Eichner
Vorname:Ernst
Geburts-/Taufdatum: *9.2.1740 in Arolsen
Sterbe-/Beerdigungsdatum: † Frühjahr 1777 in Potsdam
Dienstort: Zweibrücken
Tätigkeit: Konzertmeister, Fagottist, auch Komponist
Biographie:

Ernst Eichner wurde am 9. Februar 1740 im hessischen Arolsen geboren. Dort wuchs er als Sohn des Kammermusikus Johann Andreas Eichner als viertes der neun Kinder des Hofmusikers auf. Es ist kaum etwas über die Kindheit Eichners bekannt. Seine ersten musikalischen Grundlagen erhielt er vermutlich durch den Hofkantor Johann Joachim Rothe aus Erfurt in Tonsatz und Kontrapunkt. Von seinem Vater bekam Ernst Eichner höchst wahrscheinlich Unterricht im Fagottspiel und auf dem Klavier, Violinunterricht zusätzlich bei einem der Arolser Hofmusiker Leonhard Polon oder B. Hupfeld. Eichner heiratete vor dem Jahr 1760 Maria Magdalena Ritter, die der Mannheimer Musikerfamilie entstammt sein könnte. Im September 1762 wurde Eichner in den Dienst des Herzogs Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken aufgenommen. Enge Verbindungen des Hofes nach Paris führten Eichner im Tross des Herzogs in die Seine-Metropole, wo Christian IV. die Karriere des Musikers nicht zuletzt dadurch förderte, indem er die Druckkosten der 1770 in Paris erschienenen ersten sechs Sinfonien Eichners übernahm. Im November 1772 verließ Eichner heimlich – aus ungeklärten Umständen – den Hof von Pfalz-Zweibrücken und reiste über Paris nach London, wo er als Fagottist in den Abonnementkonzerten Johann Christian Bachs im Frühjahr 1773 mitwirkte. Schon im August 1773 wurde er in den Preußischen Dienst am Hof in Potsdam unter König Friedrich Wilhelm II. aufgenommen, wo er im Frühjahr 1777 fern ab der Öffentlichkeit verstarb.

Literatur: Literatur zu Eichner
Werkliste:

(Auswahl)

Instrumentalmusik

Sinfonien

Six Simphonies op. 1 für 2Ob. oder 2 Fl., 2 Hn, Streicher, D: Sieber
Trois Simphonies op. 5 für 2Ob. oder 2 Fl., 2 Hn, Streicher, D: Bérault 1772
Six Simphonies op. 7 für 2Ob. oder 2 Fl., 2 Hn, Streicher, D: Bérault 1773

Konzerte

Konzert für Oboe (Jagdserenade) D-Dur, D: Bérault 1770
Concerto II für Harfe oder Klavier D-Dur, D: Bureau d'abonnement musical 1771, Götz

Kammermusik

Trois Sonates en trio op. 2 für Cemb. oder Kl., V. und Bass ad lib., D: Bérault 1770
Trois Sonates en trio op. 3 für Cemb. oder Kl., V. und Bass ad lib., D: Bérault 1771, Hummel
Six Quatuors op. 4 für Fl., V., Va. und Bass, D: Bérault 1772, Hummel

© HAdW-Forschungsstelle «Geschichte der Südwestdeutschen Hofmusik im 18. Jh.»